UEFA Cup - "Jagdgesellschaft" Bayern auf der Pirsch
Die "Jagdgesellschaft" Bayern München reitet wieder aus: Nach dem Triumph im DFB-Pokal macht sich der FCB auf die Pirsch nach der nächsten Trophäe. Im Visier: Der UEFA Cup. Und die Titeljäger lassen keine Zweifel aufkommen. Zenit St. Petersburg soll nicht mehr als eine Durchgangsstation sein.
Selbstbewusst, zielstrebig und titelhungrig: Die Bayern haben spätestens nach dem Pokalsieg in Berlin gegen Borussia Dortmund die Jagdsaison richtig eröffnet. Nachdem das Rennen um die Meisterschaft praktisch schon zugunsten des deutschen Rekordtitelträgers entschieden ist, haben Jagdleiter Ottmar Hitzfeld und seine Entourage Halbfinal-Gegner St. Petersburg vor der Brust - und zum "Abschuss" freigegeben.
Daran soll auch die Tatsache nichts ändern, dass neben dem gelb gesperrten "Scharfschützen" Luca Toni möglicherweise auch Miroslav Klose ausfällt. "Miro" hat einen Schlag auf den Fuß bekommen, eine Entzündung behindert den deutschen Nationalstürmer. "Hinter seinem Einsatz steht ein Fragezeichen", so Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick.
Podolski: "Ich kenne nur den Trainer"
Trotz dieser Rückschläge zeigen sich die Bayern angriffslustig. Allen voran: Lukas Podolski. Der frisch gebackene Vater gibt bereits im Presserondell des De-facto-Meisters vor dem Halbfinal-Hinspiel gegen Zenit (Donnerstag ab 20:45 im Live-Ticker auf eurosport.yahoo.de) einige Warnschüsse in Richtung St. Petersburg ab. "Wir müssen offensiv agieren und zuhause die Tore machen. Mich interessiert nicht, wie St. Petersburg spielt oder wie man gegen die spielen muss. Ich kenne auch keinen der Spieler, nur der Trainer sagt mir was." Peng, das hat gesessen.
Auch der Ausfall von Toni bereitet dem Angreifer kein Kopfzerbrechen. Auf die Frage, wer denn für die nötigen Tore sorgen soll, antwortet Podolski trotzig: "Die anderen Zwei, die vorne spielen." Klar, denn einer davon wird er selbst sein. Für die nötige Unordnung in der russischen Abwehr soll Dribbelkönig Franck Ribery sorgen: Der Franzose ist fit, um gegen Zenit zu zaubern.
Ob Geld oder Öl - "Poldi" ist's egal
Podolski ist sich sicher: Gegen Zenit ist mehr als nur ein "Abschuss" drin: "Klar dürfen wir St. Petersburg nicht unterschätzen, aber Zenit steht in der Meisterschaft momentan nicht besonders gut da." Auch die beeindruckende Leistung im Viertelfinal-Hinspiel in Leverkusen (4:1) und die Millioneneinkäufe des Klubs (Anatolij Tymoschtschuk, 15 Millionen Euro und Fatih Tekke, 9 Millionen Euro) können den 22-Jährigen nicht schocken. "Mich interessiert nicht, was die Vereine in Russland machen. Ob da jemand Geld oder Öl in die Klubs pumpt, ist mir egal", stellt Podolski klar. Auch dieser Schuss sitzt. Da müssen sogar die drei vorzeitig angereisten russischen Medienvertreter schlucken...
Wesentlich besonnener gibt sich Mark van Bommel. Der Abräumer vor der Abwehr, der am Dienstag seinen 31. Geburtstag feiert, will nicht allzu euphorisch in das Jagdhorn blasen. Der Grund: Van Bommel weiß ganz genau, was auf die Bayern zukommen könnte. Der defensive Mittelfeldspieler entpuppt sich gar als intimer Kenner der mit Gazprom-Millionen finanzierten Multi-Kulti-Truppe aus St. Petersburg. "Sie haben einen holländischen Trainer, mit Fernando Ricksen einen holländischen Spieler, und sie spielen meistens sehr offensiv", erklärt van Bommel, der trotz einer gebrochenen Nase am Mannschaftstraining teilnahm und gegen Zenit ohne Gesichtsschutz auflaufen will. "So schlimm ist eine gebrochene Nase nun auch wieder nicht."
Mehr Sorgen bereiten dem Niederländer die technischen und taktischen Fähigkeiten des Gegners. "Wir müssen defensiv sehr gut stehen und vorne unsere Chancen konsequent nutzen. St. Petersburg hat ein sehr starkes Team, das hat man gegen Leverkusen gesehen", warnt van Bommel und streicht dabei besonders den Einfluss von Coach Dick Advocaat heraus. "Taktisch ist Advocaat brillant. Er ist zwar ein kleiner Mann, aber ein großer Trainer."
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