Champions League - Spätes Eigentor hält Ballack & Co. auf Kurs
Glück für Michael Ballack und den FC Chelsea: Im Kampf um den Einzug ins Champions-League-Endspiel rettete ein Eigentor von Riise in der Nachspielzeit den "Blues" im Halbfinal-Hinspiel beim FC Liverpool noch ein 1:1 (0:1). Dirk Kuyt hatte die überlegenen Reds in der 43. Minute in Führung gebracht.
Der FC Chelsea hat nun die Chance sich erstmals nach zwei vergebenen Versuchen gegen Liverpool durchzusetzen und ins Finale der Königsklasse einzuziehen. "Das Rückspiel wird nochmal ein hartes Stück Arbeit. Es ist nichts entschieden - Liverpool ist auch auswärts stark. Fußball ist kein Wunschkonzert, aber aber mit unseren Fans im Rücken wollen wir das Spiel natürlich mit aller Macht gewinnen", kündigte Michael Ballack an.
1. Halbzeit:
Aus tiefster Brust stimmten 41.985 leidenschaftliche Anhänger vor dem Spiel wie immer die inoffizielle Vereinshymne von Liverpool "You'll never walk alone" an. So laut, dass selbst die Melodie der Champions League aus den Stadionlautsprechern kaum zu hören war. Die Gäste ließen sich von dieser Kulisse durchaus beeindrucken. Nur in den ersten Minuten versuchte Chelsea, das Spiel zu machen. Dann übernahmen die "Reds" das Ruder. Aus einer sicheren Defensive spielte das Team von Rafael Benitez bedacht nach vorne.
Peinlich achteten beide Teams darauf, keine Fehler zu machen. Zur Erinnerung: Als die beiden Mannschaften 2005 im Halbfinale der Champions League aufeinander getroffen waren, hatte ein einziges Tor in zwei Spielen den Ausschlag für Liverpool gegeben. Im letzten Jahr fiel nur je ein Tor auf beiden Seiten, die Entscheidung musste im Elfmeterschießen herbeigeführt werden. Erste Warnschüsse gaben Dirk Kuyt und Fernando Torres erst nach einer Viertelstunde ab (13., 17.). Bis zur ersten klaren Chance mussten die Fans 31 Minuten warten, als Torres fünf Meter vor dem Tor an einer Glanzparade von Petr Cech scheiterte. Doch die Gastgeber ließen sich nicht beirren und machten weiter Druck. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff wurden sie für diese Hartnäckigkeit belohnt. Nach einem leichtfertigen Ballverlust von Frank Lampard an der Strafraumgrenze schaltete Dirk Kuyt am Schnellsten und markierte den 1:0-Pausenstand (43.).
2. Halbzeit
Nach der Pause erhöhte Liverpool sogar noch den Druck. Eingeschnürt in die eigene Hälfte musste sich Chelsea den wütenden Angriffen der Heimmannschaft erwehren. Insbesondere Ryan Babel begeisterte Fans jetzt mit gefährlichen Flanken (48., 52.). In der 60. Minute setzte der Niederländer mit einem wuchtigen Volleyschuss aus 16 Metern ein Ausrufezeichen.
Erst mit der Einwechslung von Salomon Kalou (63.), der eine Belebung für das bis dahin farblose Mittelfeld darstellte, löste sich die Elf von Avram Grant etwas aus dem Würgegriff des 18-maligen englischen Meisters. Zwingende Torchancen präsentierten die Stars in den blauen Trikots ihrem israelischen Trainer jedoch nicht.
Im Gegenteil - mehrmals wird Grant in der Schlussphase tief durchgeatmet haben, als Liverpool näher an der 2:0-Führung war, als die Gäste von der Stamford Bridge am Ausgleich. In der 85. Minute lenkte Cech einen satten Volleyschuss von Gerrard aus 16 Metern über die Latte. In der vierten Minute der Nachspielzeit vergab Torres freistehend aus fünf Metern. Stattdessen war es John Arne Riise, der für Liverpool traf. Ungeschickt versuchte der Verteidiger eine Flanke von Kalou ins Toraus zu klären und köpfte den Ball ins eigene Netz. Mit der letzten Aktion des Spiels markierte Riise den 1:1-Ausgleich und stellte den Spielverlauf auf den Kopf.
Spieler des Spiels:
Dirk Kuyt sorgte mit seiner giftigen Spielweise für Liverpool für Furore. Der Niederländer markierte nicht nur den Führungstreffer, sondern hielt auch über weite Strecken des Spiels die Abwehr der Gäste in Atem.
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